Wer heute über die Diemelbrücke fährt oder wandert, überquert eine jahrhundertealte Grenze. Nördlich des Flusses lag Scherfede im Fürstbistum Paderborn, südlich begann Waldeck. Immer wieder führten Grenz- und Nutzungsrechte zu Auseinandersetzungen. Mit einem Vertrag von 1560 wurde der Grenzverlauf verbindlich geregelt: Die Diemel bildete in diesem Bereich die Grenze zwischen Paderborn und Waldeck.
1785 wurde die Grenze mit insgesamt 66 Grenzsteinen neu gekennzeichnet. Sie trugen die Jahreszahl sowie die Zeichen der beiden Territorien – das Paderborner Kreuz und den Waldecker Stern. Aus der historischen Landesgrenze entwickelte sich später die heutige Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen.
Wo früher Territorien getrennt wurden, verbindet die heutige Diemelbrücke Scherfede mit dem benachbarten Waldeck. Über sie führt auch der beliebte Diemelradweg, der auf rund 110 Kilometern von der Diemelquelle bei Usseln über Wrexen und Scherfede bis zur Mündung in die Weser bei Bad Karlshafen führt.
