Friedhof der Familie Rosskam
Gemeinsam mit dem Scherfeder Lehrer Friedrich Böhlen (1802–1884) hatte der jüdische Kaufmann Levi Rosskam (1802–1872) aus Ossendorf im Jahr 1863 auf dem heutigen Lödige-Werksgelände die Scherfeder Wollfabrik gegründet. Sie wurde bald zu einem entscheidenden Motor für die wirtschaftliche Entwicklung Scherfedes. Wenig später übernahmen Levis Söhne Samuel (1833–1875) und Elias (1834–1899) die Geschäfte. Vor allem Elias Rosskam stieg zu einer bedeutenden Persönlichkeit in Scherfede auf und wurde sogar trotz seines jüdischen Bekenntnisses in den Gemeinderat gewählt.
Die nachfolgende Generation löste sich dann vom Judentum. Elias’ Sohn Albert (1872–1930) konnte seinen gesellschaftlichen Einfluss weit über Scherfede hinaus vergrößern. Dem deutschnational eingestellten, passionierten Jäger wurde der Wunsch erfüllt, seine Grabstätte in seinem Jagdrevier zu finden.
In der mit Natursteinmauern eingefassten und mit einem repräsentativen Eingang versehenen Anlage wurden bis in die 1980er-Jahre weitere Angehörige der Familie Rosskam begraben. Ihrer Abkehr vom Judentum entsprechend sind keine jüdischen Embleme vorhanden.
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