Scherfeder Wollfabrik
Auf dem heutigen Gelände der Firma Lödige Industries befand sich von 1863 bis 1963 einer der ersten Industriebetriebe im Warburger Land: die Scherfeder Wollfabrik. Darin wurde vornehmlich aus Lumpen und Stoffresten Kunstwolle in Form von Polsterwolle und Watte für Möbel und Kleidung produziert. Gründer und erste Gesellschafter der Fabrik waren der Scherfeder Lehrer Friedrich Böhlen (1802–1884) und der jüdische Kaufmann Levi Rosskam (1802–1872) aus Ossendorf.
Die Familie Rosskam siedelte nach Scherfede über, konvertierte um die Jahrhundertwende zur evangelischen Konfession und blieb bis zum Ende eng mit der Firma verbunden. Zeitweise arbeiteten mehrere Hundert Menschen in der Wollfabrik, die zu einem Motor der gewerblichen Entwicklung Scherfedes wurde.
Ab den 1920er-Jahren begann der wirtschaftliche Abstieg der Firma, der 1931 in einem Konkursverfahren und einer Neugründung mündete. Die Geschichte der Wollfabrik und der Familie Rosskam während des NS-Regimes ist noch weitgehend unerforscht.
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